Besonderheiten und Erkenntnisse - Amphibienwanderung 2025

  • Der Januar war ungewöhnlich warm und vereinzelt machten sich schon erste Tiere, und nicht nur an unserer Sammelstrecke, auf den Weg zu ihren Laichgewässern.
  • Im Februar folgte ein Kälteeinbruch. Erst im März waren die Wetterbedingungen für die Amphibien so günstig, dass am Krähenholz die große Wanderung zu den Laichgewässern einsetzte.
  • Der Bach, welcher unter der B 241 in einem Rahmentunnel geleitet wird, führte wieder reichlich Wasser. Viele Tiere nutzten den Bach schwimmend als Wanderweg. In unregelmäßigen Zeitabständen wurden die schwimmenden Tiere erfasst. Es waren hauptsächlich Erdkröten. Die Erfassung aller schwimmenden Tiere war nicht möglich, da das Hauptaugenmerk auf das Sammeln an der Straße lag. Immer wieder folgten langhaltende trockene Tage. Das hatte zur Folge, dass der Bach am 14. April kein Wasser mehr führte.
  • Regelmäßig wurden Waschbären am Straßenrand und im Bach beobachtet, die die Erdkröten als Nahrungsquelle nutzten.
  • Wieder zog sich die Hinwanderung bis in den Juni hinein.
  • Die Rückwanderung, besonders die der Erdkröten, war sehr zurückhaltend. Es wurden im Vergleich zu den letzten Jahren wesentlich weniger Tiere auf dem Rückweg registriert. Es gab einen Sammelbereich an der B 241, wo kaum noch Erdkröten wanderten.
  • Die Zahl der Verkehrsopfer im Frühjahr (276 Tiere) ist für eine Bundesstraße gering. Gründe sind, dass die B 241 für den Durchgangsverkehr bis Ende Mai gesperrt war, es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 100 km/h auf 50 Km/h im Sammelbereich gab und am Straßenrand die Tiere von den Helfern eingesammelt und über die Straße getragen wurden.
  • Die Sammelgruppe muss an dieser Stelle, trotz Geschwindigkeitsbegrenzungen, oft ein rücksichtsloses Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer beklagen. Die Begrenzung bis auf 50 km/h ist nicht ausreichend für das Überleben vieler Amphibien. Die meisten Tiere sterben auch bei 50 km/h am Strömungsunterdruck, der zwischen den Autoreifen entsteht.
  • In 2025 wurden so gut wie keine diesjährigen und vorjährigen Molche beobachtet. Die Gründe sind reine Vermutungen - es kann durchaus sein, dass auf Grund der klimatischen Verhältnisse die jungen Molche in den Gewässern verbleiben - nicht ungewöhnlich, Molche überwintern auch gerne in den Gewässern. Insgesamt waren in 2025 deutlich mehr adulte Molche zwischen den Lebensräumen unterwegs.
  • Auffallend, es wanderten in diesem Jahr insgesamt weniger adulte Erdkröten. Dafür konnten wir wesentlich mehr subadulte Tiere beobachten.
  • Mit Freigabe für den Durchgangsverkehr auf die B 241 am 28. Mai 2025 hat sich die Zahl der Verkehrsopfer verdreifacht. Für Menschen und Tiere ist das höhere Verkehrsaufkommen zu einer zusätzlichen Gefahr geworden. (Siehe Antrag auf erweiterte Schutzmaßnahmen)
  • Die Bestände der Kammmolche, auch Nördlicher Kammmolch, (Triturus cristatus), Rote Liste 3 in Niedersachsen, sind größer geworden. Hat die Sammelgruppe vor 4 Jahren vereinzelt Kammmolche über die Straße getragen, waren es in diesem Jahr (2025) bereits 48 Tiere. Allerdings wurden davon seit der Freigabe für den Durchgangsverkehr Ende Mai 2025, also in nur 5 Monaten, bereits 16 Tiere überfahren oder durch Strömungsdruck getötet. Die Sorge ist groß, dass diese Population vom Straßenverkehr zunichte gemacht wird. Im Landkreis Goslar gibt es nur noch zwei wichtige Lebensräume, einer davon, wie jetzt beim „Runden Tisch Amphibienschutz 2025“ vom LK Goslar bestätigt wurde, das Gebiet „NSG Okertal südlich Vienenburg“ und das Krähenholz. Es ist danach der zweitgrößte Standort.
  • Sowohl in 2023 (Oktober 2023) als auch im Jahr 2024 (September 2024) und jetzt im April und Juli 2025 gab es im Landkreis Goslar am Krähenholz im Bereich des Kieswerkes sichere Nachweise einer Wechselkröte ((Bufotes viridis), ein Nachweis davon vom NABU-Landesverband Niedersachsen. Der Ruf der Wechselkröte wurde mehrmals gehört. Daher ist davon auszugehen, dass es dort eine sehr kleine Population gibt, deren Bestand es unbedingt zu bewahren gilt. Der NABU-Landesverband hat auf Grund der Funde Begehungen sowie Untersuchungen veranlasst und Gespräche mit dem Leiter des Kieswerkes, Herrn Oppermann, geführt. Man ist guter Dinge, dass die Wechselkröte im NSG „Okertal südlich Vienenburg“ ansässig wird. Die Habitate sind dafür besonders geeignet. Die Wechselkröte (Bufotes viridis) wird in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH- RL) auf Anhang IV als streng zu schützende Art gelistet und ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützt. Aktuell ist die Wechselkröte in Niedersachsen akut vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1 Nds.).
  • Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. November 2025 wurden 14.244 Amphibien gerettet. 3.308 Verkehrsopfer wurden während der Sammelaktionen registriert. Im Sommer und Herbst wanderten wieder mehr Amphibien als im Frühjahr. Im Frühjahr wurden 4.188 Amphibien über die Straße getragen, im Sommer und Herbst waren es 10.056.
  • Die Sammelgruppe wünscht sich mehr behördliche Unterstützung zum Schutz von Menschen und Tieren, bei der Gewinnung von mehr Helfern und mehr Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit.

           „Nichts zeigt Wertschätzung besser, als echtes Interesse und geschenkte Zeit.“ (Quelle: https://karrierebibel.de)